tl;dr #66 José Carlos Mariátegui: «Sieben Versuche» | Mit David Mayer
Welche Bedeutung hat der Marxismus für indigene und antikoloniale Kämpfe?
Der peruanische Journalist und Philosoph José Carlos Mariátegui (1894–1930) war einer der ersten Marxist*innen Lateinamerikas. Im Jahr 1928 war er Mitbegründer der sozialistischen Partei Perus.
In seinem Buch „Sieben Versuche, die peruanische Wirklichkeit zu verstehen“ analysierte Mariátegui die Ökonomie und Politik seines Landes, um daraus die Bedingungen für einen peruanischen Sozialismus abzuleiten.
Die Herausforderung: Das semi-feudale und koloniale Peru funktionierte gänzlich anders als die industrialisierten Länder des Westens. Mariátegui betonte, dass der Marxismus nicht dogmatisch aus Europa übertragen werden dürfe, sondern an die spezifische Geschichte Lateinamerikas (insbesondere an die Situation der indigenen Bevölkerung) angepasst werden müsse.
Zu Gast bei Alex Demirović ist in dieser Folge David Mayer, Historiker an der Universität Wien. Er forscht zur Geschichte der Arbeiter*innenbewegung und des Marxismus und zu lateinamerikanischer Geschichte.
Kontakt, Kritik, Feedback: theoriepodcast@rosalux.org