tl;dr #64 Mary Wollstonecraft: «Verteidigung der Rechte der Frau» | Mit Franziska Martinsen
Sie hat zu Ende gedacht, was Kant und Rousseau in ihren Theorien nur skizziert haben: Mary Wollstonecraft (1759-1797) hat Universalismus in ihren Schriften auf alle Menschen angewendet – insbesondere Frauen, aber auch Arbeiter*innen und versklavte Menschen.
Die Fähigkeit zur Vernunft, so ihre Überzeugung, sei nicht nur einer kleinen, exklusiven Gruppe weißer Männer vorbehalten. Sondern: Alle Menschen können sich mit ihrer Vernunft aus ihrer Unmündigkeit befreien. Entsprechend hart ging Wollstonecraft mit einigen Autoren der Aufklärung ins Gericht, die mit dem Konzept der Vernunft weniger konsequent waren.
Ihr Buch „Verteidigung der Rechte der Frau“ enthält bereits 1792 viele Ansätze, die wir heutzutage als intersektional bezeichnen würden. Das Werk gilt als eine der ersten und einflussreichsten Schriften der europäischen feministischen Theorie.
Zu Gast bei Alex Demirović ist in dieser Folge Franziska Martinsen, Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Duisburg/Essen.
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